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    Erster Eindruck eBay Analyst Day 11 März 2009

    März 11th, 2009

    Habe gerade ein wenig zugehört, wie John Donahoe, CEO eBay Inc., den eBay Analysten-Tag eröffnet hat. Leider kann ich nicht den ganzen Call mitmachen (darf meinen Sohn von der Krippe heute abholen), hier ein paar erste Eindrücke.

    eBay muss ein paar alten Mythen über Bord werfen, oder „piercing the myths“:

    Es gibt kein eBay Playbook mehr (das war der Standard-approach, wie eBay ein Land & Marktplatz aufgebaut hat, basierend auf Erfahrungen in anderen (hauptsächlich grossen) Märkten. eBay muss mehr customer driven innovation einbringen – absolut, aber wo bleibt das?

    Auktionen als Strategie – nein, das geht auch nicht mehr, gemäss John D.; richtig, Auktionen sind ein Format, welches für immer weniger Nutzer relevant ist, aber eBay steht immer noch für Auktionen!

    Open marketplace -> managed marketplace: Ja, eBay muss mehr eingreifen, aber bitte auf beiden Seiten, nicht nur auf Käuferseite, was im Moment leider eher der Fokus ist.

    „eBay was the biggest and the best, this was the role model, we neet to change the mentality, we need to compete and win“, sagt John D. Jawohl, kämpft für eure Kunden!

    eBay highlights:

    1. Focus where we can win: „secondary market“
      New in season minus 1, a 500billion market – ich glaube eher, eBay sollte den gesamten Produktlebenszyklus abdecken.
    2. Transform our marketplace
      Fix the foundation and stand behind all buyers and provide the best economics for sellers – richtig! Die Suche auf eBay ist leider ziemlich durcheinander, das wird die grösste Herausforderung sein!
    3. Grow complementary formats – ja, aber wie wird die Benutzererfahrung? Kann der Mix Auktionen & Festpreis gemischt wirklich das Richtige sein? Ich bin eher Scots Meinung

    John D. macht sehr gut „management of expectations“, in Bezug zu Wachstum, eBay wird 2009 langsamer wachsen als e-commerce, 2010 gleich schnell und erst 2011 wieder schneller – somit hat er sich mal schnell ein paar Jahre gekauft, ich hoffe, dass eBay einmal in seiner Geschichte wirklich auf einem 3a Plan bleibt, meine Erfahrung ist da leider ein bisschen anders

    Hier noch das eine slide als Zusammenfassung, mehr Infos findet man sicherlich dann auch nach dem Tag hier.

    Zusammenfassung John D

    Zusammenfassung John D

    John D. kommt via Audio Webcast recht gut rüber, sehr bestimmte Stimme, die Reihenfolge der Präsentation kann nicht zufällig sein: zuerst darf PayPal dran (gute Nachrichten), dann kommt eBay Marketplaces (schlechte News) und abschliessend Skype (gute Wachstumsnachrichten) – das lernt man in jeder Basis-Führungsschulung: schlechte Nachrichten immer gut einpacken, sog. Sandwich Feedback (ist aber auch nicht unumstritten, siehe hier ☺).


    Rückblick 5 Jahre eBay.ch oder weshalb verliert der SCB gegen den EVZ?

    März 10th, 2009

    Der SCB ist erneut in der Viertelfinalserie gescheitert, dieses Mal gegen den EV Zug. Was hat das mit eBay.ch und meinem Rückblick zu tun? Einer der Sponsoren des EVZ ist Ricardo.ch, eBay.ch ist (mit wesentlich geringerem Betrag) auch aktiver Partner des SCB. Somit hat auch Ricardo.ch gegen eBay.ch im Viertelfinal der Playoffs gewonnen. Wie konnte es dazu kommen? (Überlassen wir die Analyse des SCB Scheiterns den Eishockeyprofis und fokussieren hier lieber auf den e-commerce Aspekt).

    Weshalb ist Ricardo.ch in der Schweiz so stark?

    Mit dieser Frage wurde ich während meiner Zeit bei eBay öfters konfrontiert. Es gibt meiner Meinung nach drei Hauptgründe, welche die Marktsituation in der Schweiz erklären:

    1. First-mover Advantage
    2. Fokus Schweiz
    3. Konsistente Strategie

    Zu 1:
    Ricardo.ch feiert dieses Jahr sein zehnjähriges Jubiläum (genau wie eBay.de). eBay existiert bereits seit 1995, die deutsche Plattform war die erste Akquisition ausserhalb des englisch-sprechenden Raums (1999), der Schweizer Marktplatz eBay.ch existiert eigentlich erst seit 2004. Somit hatte Ricardo.ch in der Schweiz einen beachtlichen First-mover Advantage. Dies alleine reicht aber nicht aus, um den Erfolg von Ricardo.ch in der Schweiz zu erläutern.

    Zu 2:
    Das ist meiner Meinung nach der entscheidende Punkt: Für Ricardo spielte und spielt die Schweiz eine zentrale Rolle, für eBay ist die Schweiz ein wichtiger Gesellschaftssitz, nicht aber ein wichtiger Marktplatz. Ricardo.ch ist verantwortlich für einen grossen Anteil des Umsatzes der QXL Gruppe; interessanterweise ist ja Ricardo.ch eine 100% Tochtergesellschaft von Ricardo.de AG, die ihrerseits noch an der Börse in Frankfurt gehandelt wird (es sind noch knapp 3% des Kapitals im freien Verkehr (Stand März 2009), der Rest gehört Tradus plc). Somit sind wesentliche Zahlen von Ricardo.ch öffentlich zugänglich – eine Tatsache, die mir während meiner Zeit bei eBay.ch sehr lange nicht bewusst war (der Mehrheit der Schweizer Journalisten geht’s übrigens gleich, noch heute werden Umsatz etc. von Ricardo.ch immer sehr grob geschätzt). So kann man zum Beispiel dem Jahresfinanzbericht 2007/2008 folgendes entnehmen:

    „Die ricardo.de AG ist Muttergesellschaft mehrerer anderer Gesellschaften. Hierunter ist allerdings ausschliesslich die ricardo.ch AG, Zug, Schweiz, von Bedeutung, deren sämtliche Anteile die ricardo.de AG am 11. November 2003 von der QXL ricardo plc (aktuelle Firmierung „Tradus“), London, Vereinigtes Königreich, erwarb. (…)

    Im Verhältnis zu den Erlösen, die der ricardo.de AG durch ihre Beteiligung an der ricardo.ch AG zufliessen, sind die aus dem eigenen operativen Geschäft erzielten Erlöse jedoch wirtschaftlich unbedeutend. (…)

    Bereich Schweiz: So stiegen die Erlöse aus den unmittelbaren Nutzungsentgelten für de Auktionsplattform von EUR 10.8 Mio. im Vorjahr auf EUR 14.5 Mio. im Berichtsjahr. Dies bedeutet einen Anstieg um 34%.“

    Die Zahlen von eBay.ch sind nicht öffentlich (und ich werde das auch nicht ändern), was ich sagen kann ist folgendes: Ricardo.ch ist in Sachen Umsatz grösser als eBay.ch, was aber die „bottom line“ angeht, glaube ich, dass eBay.ch erfolgreicher ist, aufgrund der zentralen Dienstleistungen, die in Europa (z.B. Kundendienst) oder sogar auf globaler Basis (z.B. Produktentwicklung) erbracht werden und somit die Kostenseite in den Ländern entlasten.

    Fokus Schweiz bedeutet aber auch, dass man eine zweisprachige Plattform unterhält, dass man Schweizer Zahlungsmethoden unterstütz und die Kategoriestruktur auf die Schweiz anpasst – alles Faktoren, die eBay nicht berücksichtigt hat.

    Zu 3:
    Ricardo.ch verfolgt seit Jahren eine konsistente Strategie: den Schweizer C2C Markt ankurbeln, mit stetigem Wachstum auch im Bereich B2C, d.h. fokussiert auch grosse Verkäufer auf die Plattform bringen und mit diesen wachsen. Zudem zeichnete sich Ricardo.ch auch durch Konsistenz in der Führung aus; Peter Oertlin trat erst 2008 nach 8 Jahren an der Spitze von Ricardo.ch zurück.
    eBay.ch hat mehrere strategischen Schwenker in der Schweiz vollzogen; zuerst hat man „cash cow“ gemelkt, dann doch lokal investiert, nachdem man aber operativ ein paar Fehler gemacht hatte und somit der lokale Markt bereits sehr stark durch Ricardo.ch abgedeckt wurde. 2007 wurde nach einer weiteren „strategic review“ der Entscheid gefällt, dass Schweizer Geschäft auf den internationalen Handel zu fokussieren; das heisst, Förderung von Import und Export, den zwei Elementen, die eBay auch einzigartig machen. Das macht sicherlich Sinn.
    Zu den „strategischen Schwenker“ kamen auch zahlreiche Veränderungen im Management von eBay.ch; der traurige „Rekord“ – einen Geschäftsführer für 4 Wochen, bevor er weiterzog – wurde von weiteren Wechseln (z.B. Leiterin Marketing / Finanzleiter Wechsel nach 6 Monaten) begeleitet.

    Das sind aus meiner Sicht die Hauptgründe dafür, dass Ricardo.ch in der Schweiz weiterhin sehr erfolgreich ist und dies sicherlich auch in Zukunft sein wird. eBay hat mit der letzten Reorganisation ganz klar den Trend zur Zentralisierung verstärkt. Somit werden die Ressourcen noch stärker auf die grossen Länder gerichtet, und die kleinen Märkte müssen schauen, dass noch etwas für sie „abfällt“. Das ist traurig, aber entspricht der Realität. eBay.ch wird weiterhin existieren, gross wachsen wird der Marktplatz sicherlich nicht. eBay wird somit in der Schweiz immer mehr zum „Tor zu Welt“ – deckt internationale Shoppingbedürfnisse ab. Sobald man etwas in der Schweiz kaufen möchte, ist sicherlich Ricardo.ch erste Wahl.

    Wie wird sich eBay global weiterentwickeln? Darüber gibt es sehr viele Meinungen; Tatsache ist, dass das Kerngeschäft (Auktionen) nicht mehr wächst und eBay herausgefordert wird durch andere (grosse und kleine) e-commerce Anbieter. Was mir ein wenig fehlt ist die Vision, wohin möchte eBay gehen. Ich teile da die Meinung von Scot Wingo, einem sehr guten eBay Kenner. Ich hoffe, dass eBay den Weg aus der negativen Spirale finden wird und wieder durch gesunde Wachstumszahlen glänzen kann…bald einmal in naher Zukunft.

    Bin ich nun EVZ Fan? Nein, meine Leidenschaft gehört weiterhin dem SCB – die nächste Saison kommt bestimmt…


    Technology & Internet Trends von Mary Meeker, Morgan Stanley

    November 7th, 2008

    Mein Kollege Frank (besten Dank!) hat mir eine interessante Studie von Mary Meeker gesendet, drei Punkte kommen daraus klar heraus:

    1. Die Rezession ist da – nicht nur in den USA, sondern global
      Ja, das ist ja nun kein grosses insight…aber die Frage ist vielmehr, wie lange wird die Rezession dauern? 1 Jahr? 5 Jahre? Als Optimist hoffe ich, dass wir erste Erholungen bereits in Q3 2009 sehen werden…
    2. Reales BIP Wachstum und online Werbeausgaben korrelieren stark
      Daten aus den USA belegen, dass bei 0% reales BIP Wachstum die YoY Wachstumsrate der online Werbung -4% ist, bei -1% BIP Wachstum ein Minus von 7% bei der online Werbung resultiert
    3. Es gibt noch viel Potential…
      …für online Wachstum, besonders in den Branchen, in denen der online Anteil immer noch unter 10% liegt. Dazu noch ein Bild:

    online_retail_market_usa

    Wer die gesamte Studie haben möchte, kann sich bei mir melden :-)


    “eBay ist ein wichtiger Anbieter, aber keine Quelle der Innovation” sagte Tim O’Reilly 2006

    Oktober 23rd, 2008

    “Sie haben viel Technikentwicklung ausgelagert. Ich glaube, Ebay wird innerhalb der nächsten drei Jahre aufgekauft – oder sie müssen sich mit einem anderen Unternehmen zusammenschließen”, sagte O’Reilly ebenfalls 2006.
    Tim O’Reilly ist ja nicht irgendwer, sondern der Erfinder des Begriffs web 2.0. Mal schauen, ob seine Prognose richtig sein wird. Seine Aussage in Sachen Innovation ist meiner Meinung nach (leider) zutreffend…zudem denke ich auch, dass die Finanzkrise viele web2.0 Startups, die ihr Business Modell noch nicht gefunden haben, umbringen wird.


    Gary Vaynerchuks Plädoyer für online Marketing

    Oktober 10th, 2008

    Gary Vaynerchuk ist ein Star in der US e-commerce Welt; er hat aus einem kleinen “liquor store” mit 4mio Umsatz einen nationalen Player mit 50mio Umsatz gemacht.
    Hier ein gutes Plädoyer für online Marketing – ich wünschte mir, dass diese Nachricht auch bei den Schweizer Marketingentscheidungsträgern ankommen würde.


    Prediggo – neue Technologie für Empfehlungen / Recommendation engine

    Oktober 3rd, 2008

    Recommendation engine hört sich einfach besser an als Empfehlungsalgorithmus…

    Sicherlich ein interessantes Start-up für alle e-commerce Firmen, Prediggo, scheint eine spannende Geschichte zu sein, die sich da entwickelt…ich glaube, die Firma muss man im Auge behalten: hat schon einige Preise gewonnen (u.a. Swiss Venture Leaders 2008) und auch schon erste Kunden sowie ein hochqualifiziertes Management Team.

    Hier gibt’s Details.


    eBay erhält National Medal of Science and Technology and Innovation von President Bush

    September 30th, 2008

    Gestern fand diese schöne Zeremonie statt, man kann das ganze auch als Nicht-Amerikaner als Replay im Web anschauen. Unser CEO, John Donahoe, hat die Auszeichnung entgegen genommen. Sicherlich wird bald auch auf eBay Ink, unserem Corporate Blog, ein Beitrag dazu erscheinen.
    Weshalb hat eBay diese Auszeichnung erhalten? “The 2007 National Medal of Technology and Innovation to eBay Incorporated for pioneering the technology that encouraged and supported online trade, enabling global entrepreneurship and the growth of the Internet worldwide.” Hear, hear! Leider ist das ganze ein bisschen rückblickend, ich hätte lieber eine Auszeichnung für nachhaltiges Wachstum und Innovation im web2.0….vielleicht nächstes Jahr.


    eBay Mobile für iPhone jetzt auch in Europa erhältlich

    September 24th, 2008

    Heute morgen um 6am habe ich zuhause den Apple App Store aufgerufen und die (langersehnte) eBay Mobile Applikation heruntergeladen.

    Jetzt im Büro und der Ärger ist gross – das WLAN funktioniert gerade nicht…und ich bin den ganzen Tag in Meetings…erster Eindruck: auf der Einstiegsseite steht:

    Neu bei eBay? Sie können sich schnell und kostenfrei bei eBay.com anmelden

    Hätte man das nicht lokalisieren können? Wenn gewisse iPhone App Developer schon USD 250’000 in zwei Monaten verdienen können, sollte es doch ein leichtes sein, eine kleines “geo-targeting” einzubauen. Zumindest kostet die eBay Mobile Applikation nichts :-)


    eBay lanciert neuen Marktplatz: Worldofgood.com

    September 3rd, 2008

    Wie heute in verschiedenen Medien erwähnt wird, hat eBay in den USA einen neuen Marktplatz, World of Good, lanciert. Auf worldofgood.com werden gegenwärtig ca. 20’000 Artikel angeboten, die aus fairem Handel und nachhaltig hergestellt werden.

    Ich persönlich finde diese Initiative gut – man kann diese Produkte gesondert vermarkten, muss aber auch sicherstellen, dass diese über die “normale” eBay Plattform auch erhältlich sind (und das ist zum Glück der Fall). Was mir nicht so gut gefällt ist die Tatsache, dass man den check-out über die normale eBay Plattform machen muss, es gibt keinen Warenkorb und die Artikel sind im Moment nur in den USA erhältlich – zum Glück gibt’s da noch Firmen wie Bonvu.com.

    Auf der Homepage eBay.com habe ich leider auch noch keinen Link zum neuen Marktplatz gefunden…oder habe ich den übersehen?


    Bewegung im Schweizer online (Werbe)Markt

    September 2nd, 2008

    Gleich zwei Nachrichten sind mir diese Woche aufgefallen, die hoffentlich dazu beitragen werden, dass der Schweizer online (Werbe)Markt aus seinem “Dornröschenschlaf” erwachen wird:

    Erstens, Ueli Weber stösst zu Ringier und übernimmt dort die Leitung der neu geschaffenen Stelle Media Sales. “Ziele dieses Bereichs sind die weitere Optimierung der Zusammenarbeit mit Vermittlern und Agenturen sowie die Weiterentwicklung von Formen der Online-Werbung”, heisst es in der Medienmitteilung von Ringier. Ueli, ich wünsche dir viel Erfolg – bin mal gespannt, wie stark web2com in der Vermarktung der Internet Pool Produkte von Ringier noch eine Rolle spielen wird.

    Zweitens, Axel Springer Verlag CH übernimmt Partyguide.ch und usgang.ch und bündelt die beiden Ausgangsportale mit students.ch (gehört bereits seit 2007 Axel Springer) unter der Leitung von Adrian Bührer. Dadurch entsteht ein attraktives Netzwerk, welches sicherlich interessante Werbemöglichkeiten bietet und zudem auf operativer Ebene Synergien ermöglicht. Adrian, toi toi toi mit der neuen Herausforderung!

    Hoffentlich zwei Ereignisse, die den online (Werbe)Markt in der Schweiz beleben…